STANDBY FLIEGEN – Tipps für die Langstrecke

 

11 Tipps für standby Fliegen auf der Langstrecke

Erst auf der Langstrecke lohnt sich das standby Fliegen so richtig. Aber häufig hängt an einem Langstreckenflug auch eine teure lang geplante Reise hinten dran, die unbedingt gemacht werden möchte. Auch sind die Frequenzen bei Langstreckenflügen geringer als innerhalb Europas, so dass sich manchmal keine zweite Chance am selben Tag mehr bietet. Kollegen, die nicht an einem großen Hub mit Langstreckenanbindungen wohnen, haben außerdem das Problem, dass sie zusätzlich einen Zubringerflug bekommen müssen. Außerdem muss im Vorfeld die Entscheidung getroffen werden, von welchem großen europäischen Hub aus man sein Glück versuchen möchte. Mit der Gefahr „auf halber Strecke“ hängen zu bleiben. Standbyreisen auf der Langstrecke kann daher viel schneller frustriert enden als auf der Kurz- und Mittelstrecke.

Mit ein paar Tipps kann sich aber jeder Airliner trauen, auch standby auf einen Langstreckenflug zu gehen.

Tipp #1 Nehmt Tage, die asynchron sind zum üblichen Pax Load

Fliegt lieber zu einem touristischen Ziel unter der Woche (z.B. BKK, HKT, SEZ, CPT) und am Freitag oder Samstag zu einem bei Geschäftskunden beliebten Ziel (z.B. JNB, HKG, PEK, ORD). Auch wenn Ihr C fliegen möchtet, empfiehlt sich ein Flug am Wochenende. Bei Reisezielen mit vielen Geschäftskunden solltet Ihr daran denken, dass z.B. Geschäftsreisende aus Dubai und Abu Dhabi ihr Wochenende am Freitag und Samstag haben.

Tipp #2 Fliegt „Schleichwege“

Bestimmte Strecken sind dafür bekannt, hoch frequentiert zu sein. Das trifft zum Beispiel auf FRA-CPT und MUC-CPT zu. Ein bekannter von meinen Kollegen erprobter Schleichweg nach Kapstadt ist zum Beispiel Air Namibia ab Frankfurt über Windhoek. Die Flieger sind neu, der Service ok und wichtiger natürlich – oft nicht gut gebucht. Außerdem kann man das Kundencenter von Air Namibia vorher direkt anschreiben und erhält auch meistens eine  Antwort über die aktuellen Verfügbarkeiten. Auch FRA-BKK mit LH gilt als Strecke für garantiertes Stehenbleiben. Gut funktioniert hat bei mir die Verbindung TXL-AUH-BKK.

Tipp #3 Wählt einen Hub mit hohen Frequenzen

Auf Googleflights bekommt Ihr schnell einen Überblick, von welchen Hubs es Direktflüge aus zu Eurem Wunschziel gibt und wie oft am Tag. Wählt den Hub aus, der Euch die meisten Flüge und damit die meisten Chancen verspricht. LHR ist ein guter Ausgangspunkt nach Südafrika, weil hier 5 Flüge am Tag starten. Für Südamerika nehmt lieber Madrid. Dort ergibt sich vielleicht beim Stehenbleiben eine weitere Option nach Südamerika. Von dort aus nehmt Ihr einen Kurzstreckenflug zu Eurem Reiseziel.

Tipp #4 Überlegt Euch wo Ihr im Zweifelsfall stehen bleiben wollt

Wählt Ihr eine Umsteigeverbindung, dann geht Ihr immer die Gefahr ein auf halber Strecke stehenzubleiben. Daher solltet Ihr Euch gut überlegen, ob nicht ein Umsteiger über Berlin oder Madrid im Worst Case die günstigere Wahl wäre als ein Umsteiger über Zürich. Ähnlich teuer wie Zürich werden spontan gebuchte „Not-Unterkünfte“ in Dubai,  Abu Dhabi und London. Im besten Fall ist Euer Stopover auch gleichzeitig eine Destination, an der Ihr einen Alternativurlaub verbringen würdet (hier kommen wieder die Emirate ins Spiel, zumindest seid Ihr im Winter schon mal im Warmen :-D). In Doha gibt es aktuell nach meiner Erfahrung bei Spontanbuchungen die günstigsten Unterkünfte.

Auch solltet Ihr natürlich die politische Situation bedenken. Vielleicht möchte man nicht in Miami auf dem geplanten Weiterflug nach Südamerika stehenbleiben mit dem Wissen, dass Ihr 2-3 Stunden an der Immigration verbringen müsst bei einem unfreiwilligen Stopover. Ich selbst hatte einmal kurzzeitig eine Verbindung mit TAP Portugal nach Namibia über Angola erwogen 😀 Das habe ich dann aber lieber sein lassen.

Tipp #5 Meidet inner-amerikanische Anbinder

Inner-amerikanische Flüge gelten als gut gebucht. Außerdem kann auch ein normaler PAX in den USA bei vielen US Airlines standby fliegen und ist immer vor Euch priorisiert. Durch die Buddypässe der American Airlines gibt es gefühlt eine Million Freunde und Verwandter von Airlinemitarbeitern, die ebenfalls standby fliegen dürfen. Versucht also lieber Euer US Ziel von Europa aus direkt anzusteuern.

Tipp #6 Fliegt mit Airlines aus Eurer Allianz

Wenn Eure Airline in einer Allianz ist, werdet Ihr auf Flügen mit diesen Airlines eine höhere Prioriät haben als Airlinemitarbeiter, deren Fluggesellschaft in einer anderen Allianz ist.

Tipp #7 Vermeidet Airlines mit vielen Pauschalreise-Buchern

Bestimmt Airlines wie die Condor sind dafür bekannt, einen Großteil Ihrer Flüge an Pauschalreisende zu verkaufen. In diesem Fall müsst Ihr bedenken, dass neben der Airline selber auch noch ein Reiseveranstalter Interesse daran hat, sein Platzkontigent bis zu letzten Minute mit Kunden aufzufüllen und diese im Zweifelsfall an Lastminute-Kunden vergibt. Die Flüge sind daher häufig bis auf den letzten Platz gebucht. Aus zahlreichen Erfahrungen von Kollegen weiß ich: Finger weg von der Condor Langstrecke!

Tipp #8 Fliegt C Klasse zu Urlaubsdestinationen

Oft habt Ihr bessere Chancen in der C in Länder wie Thailand zu kommen als in der Y.

Tipp #9 Bei Flügen mit guter Verfügbarkeit, zeigt Euch erst kurz vor Schluss am Check-in oder Gate

Wenn Ihr im Vorfeld bereits sicher wisst, dass alles gut gehen wird, dann geht trotzdem erst nach den letzten Vollzahlern zum Bodenpersonal. In diesem Fall habt Ihr bessere Chancen, dass nur noch ein paar der teuren Premium Economy Sitze oder XL-Seats frei sind und Ihr bekommt einen besseren Platz in der Y.

Tipp #10 Findet im Vorfeld heraus, ob es ein Terminal für Stafftravel gibt

Zeit ist alles und gerade bei einem Flug über einen Umsteigehub sind die Anschlusszeiten oft kurz getaktet. Euch bleibt dazu meist weniger Zeit als dem Normalreisenden, weil Ihr häufig noch Euer Gepäck abholen und wieder neu einchecken müsst. Außerdem ist an manchen Flughäfen nicht der Check-in Euer Zielort sondern ein Mini-Terminal für Stafftraveller. Es lohnt sich im Vorfeld bereits Erkundungen einzuholen, wo Ihr an Flughafen x als Standbyflieger hinmüsst. Das spart Euch wichtige Zeit. Mir ist bekannt, dass Rom, London und Abu Dhabi zum Beispiel solche Terminals für ihre heimischen Airlines haben.

Tipp #11 Nehmt Euch ein Tablet mit Filmen mit

Für den Fall, dass Ihr nur noch einen Jumpseat auf der Maschine bekommt, steht Euch ein sehr langer und spaßbefreiter Flug bevor. Daher ladet Euch auf dem Tablet im Vorfeld ein paar Filme runter. Ein Buch tut es natürlich auch. 🙂

 

 

 

 

 

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