COSTA RICAS unbekannte Nationalparks – Geheimtipps für Selbstfahrer

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Costa Rica ist wie Thailand ein typisches Einstiegsland für Backpacking. Es gilt als sicher, man kommt gut mit Englisch durch und die guten Busverbindungen bringen einen schnell von A nach B. Costa Rica hat wunderschöne Nationalparks, hübsche Kolonialstädte und ist ein Inbegriff für tropisches Klima. Und doch war ich nicht so richtig begeistert von dem zentralamerikanischen Land. Der wichtigste Grund dafür: Costa Rica ist leider richtig richtig teuer.

Costa Rica ist das richtige Reiseland für Euch:

  • wenn Ihr richtigen Dschungel und seine Bewohner kennenlernen möchtet
  • wenn Ihr noch nicht auf Island gewesen seid und vulkanische Aktivitäten sehen wollt
  • wenn Ihr mit Bussen unterwegs sein möchtet und ein Land sucht, in dem Ihr gut und einfach voran kommt
  • wenn Ihr den Begriff „Amerikanisierung“  nicht negativ bewertet
  • wenn das Thema „Gut essen“ nicht immer ganz oben auf Eurer Reiseliste steht
  • wenn Ihr bereit seid, etwas tiefer für Eure Reise ins Reiseportemonaie zu greifen.

Costa Rica ist leider alles andere als günstig

Eigentlich wollten wir genauso Urlaub machen wie sonst auch immer: Kleine Bed&Breakfasts, da Essen wo die Einheimischen hingehen und ganz viel Natur sehen. All das kostet in Costa Rica mehr als in Berlin. Für ein Bed&Breakfast zahlt Ihr selbst in der Nebensaison um die 80 Euro aufwärts, was wir ganz schön happig fanden. Ihr solltet außerdem wissen, dass jeder Nationalpark, auch die kleinen, die Hand aufhalten und 15 Dollar pro Person verlangen. Beim Essengehen solltet Ihr mit deutschen Preisen rechnen, in Supermärkten zahlt Ihr deutlich (!) mehr als in Deutschland. Wir haben uns immer wieder zwischendurch gefragt, wieso die Lebenshaltungskosten in diesem Land so hoch sind und wieso der Monteverde NP nicht mal all das eingesammelte Geld dafür nutzt, die katastrophale Straße zu teeren. In Costa Rica erwartet Euch jedenfalls ein Schwellenland mit einem Preisniveau zwischen Deutschland und Skandinavien.

Mietwagenfahrer dürfen sich auf viel Action freuen 😀

Ich war bereits viel in Osteuropa mit dem Auto unterwegs. Auch Namibia, Thailand und Vietnam waren strassentechnisch eine positive Überraschung.  Costa Rica landet für mich in Sachen Straßenqualität definitiv auf dem letzten Platz! Wir waren wie viele im Land mit dem Mietauto unterwegs, die meiste Zeit davon übrigens auf ungeteerten Straßen. Obwohl wir dem Vermieter unsere Route sagen sollte, keinerlei Informationen, das ein paar knietiefe Flüsse und reine Schotterpisten auf uns warteten. 😀 Wir wussten, dass die Straße hoch nach Monteverde eine Herausforderung wird. Viel schlimmer waren am Ende aber die Küstenstraßen auf der Nicoya-Halbinsel und der Norden von Costa Rica. Fazit am Ende: So ein Toyota Yaris schafft so einiges, Dunlop Reifen sind top und Bäche sind oft tiefer als sie aussehen.😂

Traumhafte Natur, zu viele Amis, langweilige Küche

Die Natur ist übrigens ein Traum. Leider wissen das auch die US Amerikaner, die ganze Enklaven in dem Land mit ihren Ferienhäusern besetzt haben. Das Essen hat uns eher enttäuscht. In Nicaragua haben wir wirklich leckere Sachen gegessen, in Costa Rica wurde es dann recht eintönig mit Reis, Bohnen und Pollo.

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7 Geheimtipps für Costa Rica

 

#1 Der blaue Rio Celeste im Tenorio Nationalpark

Der Tenorio Nationalpark ist einer der weniger bekannten Nationalparks Costa Ricas. In unserem Lonley Planet tauchte der Park mit dem blauen Rio Celeste gar nicht auf. Vor Ort haben wir auch fast nur französische Touristen getroffen. Dabei fand ich den Park sehenswerter als viele andere, die wir besucht haben. Ein bestimmtes Mineral färbt den Fluss knallblau. Neben vulkanischen Aktivitäten, könnt Ihr die Stelle besuchen, an der sich der Fluss „verfärbt“. Ein weiteres Highlight ist der blaue Wasserfall, den Ihr etwa nach einer halben Stunde Fußweg erreicht.

#2 Santa Elena statt Monteverde

Der Nebelwald von Monteverde ist eine einzigartige Landschaft, die Ihr unbedingt gesehen haben müsst. Die moosbewachsenen Bäume und hohen Farne erinnern fast an eine frühzeitliche Erdepoche. Wenn Ihr Glück habt, seht Ihr ein Faultier oder Papageien. Einen Guide brauchten wir dafür nicht. Immer wieder trafen wir auf Gruppen mit Guides und wenn es etwas zu sehen gibt, dann durfte man auch mal gerne als „Passant“ durchs Fernglas gucken. 😉 Wenn Ihr es etwas weniger touristisch haben wollt, dann wandert nur ein paar Kilometer weiter in den Nebelwälder von Santa Elena. Alle Wege sind gut ausgeschildert. Die Anfahrt in das 1500m hohe Reservat ist straßentechnisch nicht ganz so prima. Für die (mal wieder) unaspaltierte steinige Piste werdet Ihr aber mit grandiosen Ausblicken belohnt.

St. Elena

 Costa Rica Tipps Reisetipps

#3 Vulkanische Aktivitäten im NP Ricón de la Vieja

Ganz im Norden findet Ihr den wenig besuchten Nationalpark Ricón de la Vieja. Ein ebener Rundweg, der ca. eine Stunde dauert, führt zu verschiedenen vulkanischen Aktivitäten. Überall am Hang des Vulkans werdet Ihr blubbernde Schlammlöcher, heiße Quellen, Rauchföntänen und Schwefelbecken sehen. Fanden wir sehr cool. Auf dem Weg wartet auch noch ein schöner Wasserfall auf Euch.

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#4 Reiten in Monteverde

Monteverde lässt sich auch prima zu Pferd erkunden. Wir haben eine Sonnenuntergangstour durch den Nebelwald gebucht für 30 Dollar pro Person. Im Vergleich zu anderen Aktivitätsangeboten in Costa Rica ein Schnäppchen. Vorher hat uns die Besitzerin der kleinen Pferderanch ihren Garten gezeigt. Dabei habe ich zum ersten Mal einen echten Kaffeestrauch gesehen. 😇

Reiten in Monteverde

#5 Catarata del Toro statt Fortuna Wasserfall

Die meisten zieht es zum touristischen Wasserfall in La Fortuna. Ja, auch der ist schön, aber die ganzen Aufpasser und der an einen amerikanischen Freizeitpark erinnernde Eingangsbereich haben uns ziemlich gestört. Viele Reisende wissen gar nicht, dass der größte Wasserfall Costa Ricas gar nicht der La Fortuna Wasserfall ist.

Den größten Wasserfall des Landes findet Ihr ca. 1,5 Stunde entfernt von San José auf einem Privatgelände. Der Catarata del Toro ist noch ein richtiger Geheimtipp. Für 10 Dollar Eintritt dürft Ihr auf den Privatbesitz und über 400 Stufen nach unten zum Wasserfall klettern. Kaum Touristen, tolle Natur und viele Kolibris!

 

Wasserfall finden

#6 Einsamer Traumstrand Playa Barrigona

Leider haben wir die Karibikküste aus zeitlichen Gründen nicht mehr geschafft. Auf der Pazifikseite hat uns der Playa Barrigona mit Abstand am besten gefallen. Meist habt Ihr den Strand für Euch alleine. Um hierher zugelangen braucht Ihr unbedingt ein Mietauto. Der Weg ist straßentechnisch mal wieder etwas abenteurlicher. Wir haben irgendwann das Auto vor einer riesige Schlammpfütze geparkt und sind lieber gelaufen, Weiter oben am Strand findet Ihr viele Palmen, unter denen Ihr schön im Schatten sitzen könnt.

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Strand finden:

#7 Übernachten im Sueno Celeste B&B

Das Sueno Celeste hat uns von allen Unterkünften in Costa Rica am besten gefallen. Ihr habt Euren eigenen hübschen Bungalow mit Himmelbett, der in einem tropischen Garten liegt. Von Eurer eigenen Terrasse mit Hängematte aus könnt Ihr die Kolibris beobachten. Jeder Gast darf außerdem eine halbe Stunde pro Tag in den Whirlpool des Besitzers 😀 . Er hütet seinen Whirlpool wie seinen Augapfel. Fanden wir erst etwas strange alles, aber eigentlich war es dann sehr schön im blubbernden Whirlpool zu sitzen und in die tropische Nacht zu gucken. 😄

 

Tenorio-unterkunft

Bed & Breakfast buchen

Die Nationalparks im Süden haben wir nicht besucht, weil es dort zur Zeit unserer Reise noch stark geregnet hat. Auch wenn Mario Antonio sehr touristisch sein soll, haben wir doch viel Gutes gehört. Der Corcovado muss sich wirklich lohnen. Dort würde ich gerne noch einmal hin.

Gibt es etwas, was sich nicht lohnt in Costa Rica?

 

#1 Touristenhölle La Fortuna

La Fortuna könnt Ihr Euch wirklich sparen. Wir hatten im Vorfeld versucht herauszufinden, was die üblichen Pauschaltouristenziele sind, um diese gekonnt zu vermeiden. La Fortuna hatten wir wegen des Wasserfalls auf der Liste behalten. Fazit: Schöner Vulkan, schöner Wasserfall, aber Busladungen voller dicker Amerikaner und Disney Land Hotels.

#2 Strand von Samara

Ich habe bis heute nicht verstanden, was alle so toll an Samara am Pazifik finden. Der Strand war zwar breit, aber nicht wirklich schön. Auch hatte der Ort leider null Flair. Die Pazifikküste ist nett, aber Ihr dürft dort keine weißen Traumstrände und hellblaues Meer erwarten. Das Meer ist oft sehr rau. Wer Traumstrände sucht, sollte lieber auf die Karibikseite fahren. Nur Playa Barrigona hat uns richtig gut gefallen.

#3 Poas Vulkan

Den Poas Vulkan haben wir von der Liste gestrichen, weil sich dort aktuell (Ende 2016/ Anfang 2017) eine große Baustelle am Kraterrand befindet und man eigentlich nichts sieht.

#4 Das Essen allgemein

Irgendwann haben wir es aufgegeben einheimisches gutes Essen zu suchen und sind dann einfach Pizza essen gegangen. Die einheimische Küche ist einfach eintönig und besteht zu 2/3 nur aus Sättigungsbeilagen.

 

Unsere Route durch Costa Rica

Wir sind auf dieser Reise von Nicaragua aus nach Süden bis Panama gereist. Aus heutiger Sicht würde ich den Schwerpunkt einer solchen Reise eindeutig auf Nicaragua legen. Warum? In Nicaragua bekommt Ihr viel mehr für Euer Geld als in den anderen beiden Ländern. Nicaragua ist untouristisch, aber doch gut bereisbar. Die Kolonialstädte sind noch schöner als in Costa Rica. Und auch Vulkane gibt es en masse. Mein Tipp: Bleibt 10 Tage in Nicaragua, fahrt auf die Corn Islands und sucht Euch dann nur 2-3 tropische Nationalparks in Costa Rica aus (z.B. Monteverde, Mario Antonio und Tenorio). In Nicaragua findet Ihr eigentlich alles, was es auch in Costa Rica gibt, nur der tropische Regenwald fehlt entlang der üblichen Reiserouten.

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