NAMIBIA – 16 Tipps für Selbstfahrer und Individualreisende

Südafrika, Tansania oder Namibia?

Einmal die großen Tiere in Afrika sehen, wer will das nicht? Für eine Safari bieten sich in Afrika verschiedene Länder an. Die bekanntesten Safari-Länder sind sicher Südafrika, Tansania, Kenia und Namibia. Kenia ist wegen der aktuellen Sicherheitslage nicht zu empfehlen. Gegen Südafrika spricht, dass man für einen zweiwöchigen Urlaub auf jeden Fall einen Inlandsflug buchen muss, um vom Kruger Nationalpark zu den restlichen Sehenswürdigkeiten des Landes zu kommen. Aus Kostengründen wollten wir lieber mit dem Mietauto fahren, was in Tansania nicht so problemlos geht wie in den anderen beiden Ländern. Wir haben uns am Ende für zwei Wochen in Namibia entschieden, auch weil Namibia neben großen Tieren noch einige spannende Features mehr bietet. 🙂

Namibia ist Euer Reiseziel:

  • wenn Ihr Landschafts-Freaks seid und Roadtrips mögt
  • wenn Ihr bereit seid ein Auto zu mieten und Euch Linksverkehr nicht abschreckt
  • wenn Ihr einmal große Tiere sehen wollt
  • wenn Ihr gerne grillt
  • wenn Ihr Euch für deutsche Kolonialgeschichte interessiert
  • wenn Ihr gerne Lost Places erkundet
  • wenn Ihr Wüsten liebt.

Viel mehr als Safari – Lost Places, krasse Landschaften und die Spuren unserer eigenen Geschichte

Wer Wüsten mag, wird Namibia lieben! Am Ende haben mich aber am meisten die Überbleibsel der deutschen Kolonialgeschichte fasziniert. Mitten in Wüste und Steppen fahrt Ihr durch kleine Orte mit deutschen Namen, Fachwerkhäusern und Bäckereien. Ihr werdet auf Menschen stoßen, die Deutsch sprechen, Deutsch aussehen, aber noch nie in Deutschland waren. Schon alles sehr spooky. Am Ende von Afrika findet Ihr ein deutsches Dorf mit deutschen Altersheimen, deutschen Radiosendern und ziemlich leckeren Wurstwaren.

Auch wer gerne Lost-Places erkundet, darf sich auf das ein oder andere Highlight mitten im Nirgendwo freuen. Namibia ist wirklich eine Reise wert, gerade weil es nicht NUR ein Safariland ist!

Einen Guide braucht Ihr nicht

Wir, drei Uni-Freunde und ich, hatten uns vorgenommen das ganze Land von Nord nach Süd in zwei Wochen zu bereisen. Nur den äußersten Norden und den Caprivi-Zipfel haben wir aufgrund der Reiselänge weggelassen. Beides soll aber nochmal ganz anders als das übrige Namibia sein. Wenn Ihr genug Zeit habt, schaut Euch den tropischen Teil des Landes also unbedingt an. Unser Schwerpunkt lag ganz klar auf dem Etosha-Nationalpark und seinen Tieren. Wir haben in allen drei Camps des Parks übernachtet und drei volle Tage mit Safaris verbracht. Unsere Safari fand übrigens mit dem eigenen Mietwagen statt 😀 . Sicher hilft einem ein Guide die Tiere aufzuspüren, aber gebraucht hätten wir wirklich keinen – die Tiere lagen quasi vor uns auf der Straße.

Mit dem Dachzelt unterwegs

Namibia ist prima mit dem eigenen Mietauto zu erkunden. Wissen solltet Ihr allerdings, dass im ganzen Land Linksverkehr herrscht und viele Straßen nicht asphaltiert sind. Wir waren mit einem 4×4 Van unterwegs, haben aber den Vierradantrieb tatsächlich nur einmal bei Sossuvlei benötigt. Auch die unasphaltierten Straßen sind in einem guten Zustand, meist sehr breit und gewalzt, so dass ich mich dort auch im Nachhinein mit einem normalen Auto hingetraut hätte. Auch die Straßen im Etosha habe ich zwar als unasphaltiert, aber als sehr gut befahrbar in Erinnerung.

wir-Namibia.jpg

Ich habe zum ersten Mal einen Urlaub mit Dachzelt gemacht. Wenn das Wetter gut ist, ist so ein Dachzelt sehr komfortabel. Campen in Namibia ist auf jeden Fall ein Traum. ♥ Wie für die Südafrikaner ist Grillen auch große Volkssport in Namibia. Daher hat jede einzelne Campsite  ihren eigenen Grillplatz und Wasseranschluss.

Wie bei jedem Zelturlaub seid Ihr natürlich dem Wetter gnadenlos ausgeliefert. Ich werde wohl so schnell nicht die „Sturmnacht beim Rostock Ritz“ (ja, das ist in Namibia) und die Nacht-mit-den-gefühlten-50-Grad im Etosha vergessen 😀 .  Das Dachzelt war für uns allerdings auch eine prima Möglichkeit, um Reisekosten zu sparen. Je weiter Ihr nämlich von Windhoek und den Touristenzentren des Landes wegkommt, desto unverschämter werden die Preise für die Lodges. Für eine Campsite zahlt Ihr meist nicht mehr als 10-15 Euro pro Nacht. Und was gibt es schöneres als unter dem namibischen Sternenhimmel eine gute „deutsche“ Bratwurst zu essen? 😀 😀 (Foto M.Schoening)

Dachzelt-Namibia.jpg

cropped-cropped-duck-e14937628566731.png

16 Tipps für Euren Safari & More-Urlaub in Namibia

 

#1 Mit dem Mietwagen zu den Wasserlöchern im Etosha Nationalpark fahren

Natürlich ist der Etosha das Highlight des Landes. In der riesigen Salzpfanne werden Ihr alles sehen, was das Safariherz höher schlagen lässt: Elefanten, Löwen, Geparden, Giraffen, Büffel, Antilopen usw. usw. Im Park selber gibt es drei Camps, in denen Ihr in Zimmern oder auf der Campsite übernachten könnt. Alle Camps sind etwas in die Jahre gekommen. Am besten gefallen hat mir das Camp Namutoni ganz im Osten. Die Gatter zu den eingezäunten Camps schließen zu Sonnenuntergang. Wenn Ihr nicht zwischen Löwen und Geparden im Auto schlafen wollt, solltet Ihr zu diesem Zeitpunkt also spätestens wieder im Camp sein.

Die Camps haben meistens ein eigenes Wasserloch (außerhalb des Campzauns natürlich), an dem sich abends die Tiere treffen. Auch nach Sonnenuntergang könnt Ihr also Eure Tierbeobachtungen fortsetzen.

 

#2 Mitsingen auf Hitradio Namibia

Wenn Ihr Euch durch die Radiosender klickt, werdet Ihr irgendwann auf Hitradio Namibia landen. Der Sender ist unschwer daran zu erkennen, dass dort Deutsch gesprochen wird. Irgendwie bizarr durch die Wüstenlandschaften zu fahren und dabei Nachrichten aus Namibia, deutsche Kinderlieder und Volksmusik zu hören.  Wir fanden das sehr kurios und hatten zwei Wochen lang richtig Spaß mit Hitradio Namibia, besonders bei der täglichen Kindersendung! 😀

 

#3 Deutsche Kultur in Swakopmund entdecken

Zwar waren wir in Windhoek schon im deutschen Biergarten, aber Swakopmund bietet noch einiges mehr an deutscher Kultur. Swakopmund gilt als „die deutscheste Stadt Namibias„. Viele Straßen und Gebäude tragen noch deutsche Namen und wie wir in der Werbung auf Hitradio Namibia gelernt haben, befinden sich dort die besten deutschen Altersheime.

 

#4 Übernachten mit Ausblick auf der Bambatsi Guestfarm

Die Bambatsi Guestfarm wird von Deutsch-Namibiern geleitet und bietet einen grandiosen Blick auf ein Wasserloch, wo sich gerne abends ein paar Giraffen „Gute Nacht“ sagen. Die Terrasse und der Pool sind ein Traum! Es gibt sowohl Zimmer als auch eine kleine Campsite auf einer abgelegenen Anhöhe mit ebenfalls großartigem Ausblick. Schönster Aufenthalt auf unserer Rundreise!

Zimmer/ Campsite buchen

 

#5 Der deutsche SPAR Markt in Windhoek

Ein wirklich kurioser Ort ist der SPAR in Windhoek. Ein heißer Tipp von unseren deutsch-namibianischen Autovermietern. Hier trifft sich die deutsche Community auf einen Nachmittagseinkauf/-plausch. Es wird überall Deutsch gesprochen. In den Regalen stehen Maggi, Milka & Co und an der Wursttheke gibt es Antilopensteaks und Würste direkt vom deutschen Metzger. Begrüßt werden Ihr sofort mit „Was darf’s denn sein?“ Hier könnt Ihr Euch auf jeden Fall super mit Grillzeug eindecken. Wenn Ihr den Laden verlasst, habt Ihr vergessen, dass Ihr in Afrika seid. Total bizarr und irgendwie unheimlich!

Den SPAR in Windhoek finden

 

#6 Die Marslandschaft entlang der C39 durchfahren

Nachdem wir den Etosha verlassen hatten, sind wir weiter zum Atlantik gefahren. Die Landschaft bevor Ihr den Skeleton Coastpark erreicht gehört zu den beeindruckensten, die ich je gesehen habe. Es ist wirklich wie auf einem anderen Planeten. Der Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass wir für ein paar Stunden gefühlt kein anderes Auto mehr auf der Straße gesehen haben. Unbedingt mit auf Eure Route aufnehmen! Die C39 behört für mich zu den beeindruckensten Straßen, die ich je gefahren bin.

Mars-NamibiaMarslandschaft-Namibia

 

#7 Bizarre Köcherbäume sehen

Südlich von Keetmannshop findet Ihr eine Landschaft mit 250 Exemplaren der seltsam aussehenden Köcherbäume. Der Wald liegt auf einem Farmgelände „Gariganus“ an der Kreuzung der Straßen C17 und M29.

Drachenbäume-Namibia

 

#8 Lost Place: Der verlassene Ölbohrturm im Skeleton Coastpark

Im Skeletoncoastpark werdet Ihr irgendwann auf der linken Straßenseite Richtung Swakopmund die verrosteten Reste eines Ölbohrturms finden. Nur ein Schakal leistete uns hier Gesellschaft. Ihr könnt in der Ruine herumklettern und großartige Fotos von diesem wirklich verlassenen Ort machen. Die Landschaft im Skeleton Coast Park ist übrigens ähnlich grandios wie die entlang der C39. Schon das Eingangstor mit den beiden Totenköpfen verspricht, dass Ihr nun wirklich in einer abgelegenen Ecke des Landes gelandet seid.

Verlassene-Ölbohrplattform-2Verlassene Ölbohrplattform 2Verlassene-Ölbohrplattform-Namibia

 

#9 Antilopenfleisch grillen

Grillen ist die liebste Wochenendbeschäftigung der Namibier und wird auch wie in anderen Teilen Afrikas „Braai“ genannt. Legt Euch alles auf den Grill, was Ihr noch nie probiert habt. Strauss fand ich etwas seltsam. Umso leckerer aber waren Antilope, Kudu und Springbock. Auch wenn Ihr nicht auf Campsites zeltet, findet Ihr auf jedem Rastplatz in Namibia einen Grill.

 

#10 Am Abgrund des Fishriver Canyon picknicken

Wenn Ihr in Namibias Süden unterwegs seid, lohnt sich der Besuch des größten Canyons Afrikas! Der Fishriver Canyon befindet sich fast schon an der Grenze zu Südafrika. Nach dem Grand Canyon ist dies der zweitgrößte Canyon der Welt. Inzwischen dürft Ihr nur noch von oben in den Canyon schauen, weil in der Vergangenheit regelmäßig Touristen aus dem Canyon teuer heraus evakuiert werden mussten.

Fishrivercanyon.jpg

 

#11 Die rosa Flamingos in den rosa Salzbecken fotografieren

In der Walvis Bay Lagoon bei Swakopmund treffen sich die Flamingos in den rosa Entsalzungsbecken. Ein durch und durch pinkes Fotomotiv!

Flamingos-NamibiaFlamingosIMG_2663

 

#12 Savannah Cidre trinken ♥

Das beste Getränk, was Ihr in Namibia kaufen könnt. Ich glaube die Savannah Cidres kommen ursprünglich aus Südafrika.

Tipps Reisetipps Namibia

 

#13 Der Sternenhimmel über Namibia

Namibia ist bekannt für seine perfekten Bedingungen für Sternenbeobachtung. Der Luft über den Wüsten ist ruhig und es gibt nur wenig Streulicht. Zeit sich die Milchstraße einmal genauer anzuschauen, die wir in Deutschland so selten zu sehen bekommen. (Foto: Marion Schoening)

Sternenhimmel-Namibia

 

#14 Lost Place: Eine Fototour durch die verlassene Diamantengräberstadt machen

Kurz vor Lüderitz auf der linken Seite der B4 findet Ihr die Geisterstadt Kolmanskop oder auf deutsch Kolmannskuppe. Die kleine Stadt liegt am Rande des sogenannten Diamantensperrgebiets und war einst die Stadt der Diamantensucher in Deusch Südwest Afrika. Heute hat sich die Wüste Kolmanskop zurückerobert.

Auf einer Tour, die Ihr direkt vor Ort buchen könnt oder auch auf eigene Faust machen dürft, könnt Ihr die alten Häuser und Villen, die Schule und das Krankenhaus erkunden und Fotos machen. Eine spezielle Fototour wird auch zum Sonnenaufgang angeboten. Gruselig und beeindruckend!

Ghosttown Tours

 

#15 Die Salzpfanne Sossusvlei besuchen

Ein weiterer bizarrer Ort ist Sossusvlei in der roten Namib-Wüste. Der beeindruckenste Teil ist eine Salzpfanne, die von den roten Dünen umschlossen ist. Hier stehen zahlreiche tote Bäume deren nackte Äste in den Himmel ragen. Ein Ort für richtig tolle Fotos!

Sossuvlei-NamibiaSossuvlei-Namibia2

 

#16 Lost Place: Der verlassene deutsche Bahnhof im Wildpferdegebiet

Die Reste einer weiteren deutschen Geisterstadt findet Ihr ebenfalls auf der linken Seite der B4 auf dem Weg nach Lüderitz. Ein einsamer Bahnhof an verwehten Bahngleisen erinnert noch an die kleine Stadt Garub. In dieser Gegend gibt es viele Wildpferde, die Ihr mit etwas Glück hier sehen und fotografieren könnt.

Verlassene-Bahnhoefe-NamibiaVerlasseneBahnhöfe

 

#17 Namib Naukluft Park

Der Namib-Naukluft Park hat eine klassische afrikanische Savannenlandschaft, die wieder ganz anders ist als die flachen Salzsteppe des Etosha Nationalparks. Wenn Ihr mit dem Auto von Swakopmund kommend nach Süden fahrt (über die C14 und C19), werden Ihr den Park automatisch durchfahren. Wir haben hier viele Zebraherden, Giraffen und Oryxantilopen vom Auto aus beobachten können. Die Tiere in Namibia empfanden wir übrigens als unglaublich zahm. Alle meine Fotos sind ohne Teleobjektiv entstanden, d.h. die Tiere kommen wirklich unglaublich nah an die Straßen heran!

 

Namib-Naukluft2Namib-Naukluft

 

Gibt es etwas, das sich nicht lohnt?

Ja, nicht gefallen hat uns zum Beispiel Lüderitz im Süden des Landes. In der Stadt haben wir uns unsicher gefühlt und viel Schönes gibt es in der Hafenstadt leider auch nicht zu sehen. Für Windhoek müsst Ihr nicht mehr als einen Tag einplanen. Auch für Swakopmund reicht ein Tag vollkommen aus. In Swakopmund ist es übrigens ziemlich kühl. Das solltet Ihr beim Packen unbedingt mitbeachten.

 

Unsere Reise-Route durch Namibia

Der Fishriver Canyon im Süden ist sehr beeindruckend. Wenn Ihr weniger Zeit im Auto verbringen wollt als wir, würde ich Euch aber raten am ehesten diesen südlichen Schlenker der Route wegzulassen.

Namibia-Reiseroute-Selbstfahren

1 Kommentar zu „NAMIBIA – 16 Tipps für Selbstfahrer und Individualreisende

  1. Wow ist das beeindruckend!!! Echt lustig, dass man deutsche Märkte und Radio Sender in Namibia findet 😀
    Tolle Fotos :)!!

    Liebe Grüße
    Sophie von https://aperturewanderlust.wordpress.com/

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close