Reisetipps und Geheimtipps für PALAWAN

 

Ein kleines Paradies, was nur wenige auf dem Schirm haben

Zunächst stand nur fest, dass wir dieses Mal an einen Ort wollten, an dem das Meer hellblau und der Sand weiß ist. Da diese Reise zusammen mit F., meinem Freund für ungewöhnliche Reiseziele, geplant wurde erschienen uns Maledieven, Karibik & Co zu gewöhnlich. Mein absolutes Traumreiseziel Polynesien lag auch leider nach den ersten Berufsjahren noch immer finanziell in weiter Ferne. Wie auch bei unseren anderen Reisen war wieder „Glampacking“ geplant. Mit dem Rucksack unterwegs sein, aber in Guesthouses und günstigeren Hotels absteigen statt in Hostels.

F. durchforstete einige Blogs und wollte dann unbedingt auf die Molukken, eine abgelegene Inselgruppe in Indonesien. Weil die Anreise dorthin mehr als 24 Stunden dauern würde und mindestens 2 Airlines mit einschloss, die auf der Blacklist der EU standen, wurde der „Molukken-Plan“ verworfen. Dann entdeckten wir im Blog des Molukken-Reisenden Palawan. P-A-L-A-W-A-N, das klang schon mal wie aus einem Fantasyfilm. 😍 Palawan wurde irgendwann einmal zur schönsten Insel der Welt gekürt. Und die Bilder von den traditionellen Holzbooten erinnerten mich ein bisschen an Polynesien. Und damit stand der Plan fest, Reiseziel in diesem Jahr war die Insel Palawan auf den Philippinen!

Palawan sind das richtige Reiseziel für Euch:

  • wenn Ihr Südseekultur und Traumstrände sucht ohne zwei Tage in die Mitte des Pazifiks fliegen zu müssen
  • wenn Ihr bereit seid mehr auf einer Reise auszugeben als in Südostasien
  • wenn eine großartige Küche nicht an oberster Stelle Euer Reise-To-Do-Liste steht.

Unbedingt die aktuelle Sicherheitslage für Palawan checken

Wir haben dann sehr schnell Flüge nach Manila gebucht und danach erst angefangen über Palawan zu recherchieren. Dabei stellte sich leider heraus, dass es auf Palawan neben weißen Stränden und hellblauem Wasser auch mitunter die giftigsten Tiere der Welt, eine ordentliche Auswahl an Tropenkrankheiten, Taifune und eine kleine Terrororganisation gibt. 🤔🤔 Letzte entführte dann auch noch kurz vor unserer Reise im südlichen Palawan ein deutsches Seglerpaar und drohte mit Enthauptung. Wir sind dann trotzdem geflogen – mit dem Philippine Taifun Update auf dem Handy.

Am Ende hatten wir dann übrigens alles auf unserer Reise: eine Begegnung mit einem hochgiftigen Boxjellyfish, einen kleinen Taifun und ein Jahrhunderttaifun, der parallel zu unserem Abflugdatum auf die Philippinen zuraste. Und wir dachten sogar kurz, dass wir gerade von Abu Sayyaf Terroristen entführt werden. (Am Ende war es aber nur die philippinische Zivilpolizei, tättowiert und mit freiem Oberkörper. Bei den Maschinengewehren und den Piratenoutfits lagen unsere Vermutungen aber durchaus nah. 😅 ) Wenn Ihr nach Palawan wollt, informiert Euch bitte über die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes! Die Bedrohung durch Abu Sayyaf auf den Philippinen hat in den letzten Jahren wohl zugenommen. Zeitweise gab es Teilreisewarnungen für den Süden der Insel.

Teurer als andere asiatische Länder

Die philippinische Küche ist nicht mit anderen asiatischen Küchen zu vergleichen. Sie hat viele Einflüsse der verschiedenen „Besatzungsmächte“ Spanien, USA und Japan. Die meisten Gerichte sind nicht sonderlich scharf und beinhaltet viel Seafood und Fisch. Ich habe mich durch verschiedene landestypische Gerichte probiert, war aber nicht so kulinarisch begeistert wie von China, Vietnam, Thailand oder Malaysia. Insgesamt sind die Philippinen auch höherpreisiger als andere asiatische Länder. In Touristenzentren liegen die Preise für Unterkünfte eher auf deutschem Niveau.

Das Vorankommen auf Palawan ist etwas schwieriger als in Ländern wie Thailand, aber mit etwas Vorinformation klappt auch das. Es gibt bereits wie in Thailand organisierte Minibusunternehmen zwischen El Nido und Puerto Princessa, viele Strecken legt man aber auch noch in den kultigen Jeepneys auf Sandpisten zurück.

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Meine 8 Geheimtipps und Must See’s für Euren Urlaub auf Palawan

 

 

1 Geheimtipp: Port Barton ❤️

Hier saßen wir zwar zwei Tage in einem Taifun fest, aber am dritten Tag habe ich mich in den Ort verliebt.  Im Vergleich zu El Nido ist Port Barton noch ein kleines verschlafenes Fischerdorf. Vor der Küste liegen kleine Inselchen, zu denen Fischer Island Hopping Touren anbieten. Im Gegensatz zu El Nido geht Ihr in Port Barton noch nicht in ein Touroffice und bucht Euch eine durchorganisierte Tour mit einem aufgedrehten Guide, der versucht den amerikanischen Akzent nachzuahmen. Die Fischer schippern zu Euch an den Strand und fragen, ob Ihr morgen mit Ihnen mitfahren wollt.

Viele schreckt die Sandstraße ab, die nach Port Barton führt, aber mit dem Jeepney ist das Vorankommen kein Problem. So ein Jeepney schafft auch knietiefen Schlamm, wie uns eindrucksvoll bewiesen wurde.

Wir sind mit einem selbstorganisierten Boot von Sabang nach Port Barton gefahren. Das würde ich aber kein zweites Mal machen.🙈🙈 Zunächst bliebt unser Boot, was eher ein Einbaum war als ein Boot, schön dicht am Ufer. Aber dann begann der Bootsführer Buchten zu kreuzen und die Wellen wurden höher und höher. Zeitgleich zog dann auch noch der besagte kleine Taifun auf. Am Ende kamen wir ziemlich verschreckt aber lebendig an, aber unsere Sachen und wir waren komplett durchgeweicht. Den Inhalt unserer Rucksäcke haben wir auch während der kommenden Taifuntage nicht mehr wirklich trocken bekommen und so erinnert uns heute noch der Geruch nach schimmelnder Wäsche an Palawan. 😁

Inselchen

Schildkröten_Palawan.PNG

2 Geheimtipp: Coconut Island 😍

Rückblickend war dies der schönste Ort, an dem ich auf dieser Reise war. Coconut Island liegt vor Port Barton und außer einem kleinen Schweizer Hüttenressort gibt es dort nur weißen Sand, Palmen und Kokosnüsse. Ihr könnt Euch von Port Barton aus von einem Fischer auf die kleine Insel bringen lassen. In dem kleinen Ressort könnt Ihr Mittag essen und Euch eine Kokosnuss aufschlagen lassen. Einfach nur wunderschön und einsam.

Coconut-Island-Palawan

Kokos Palawan

3 Geheimtipp: Nacpan Beach

Der Strand in El Nido ist nicht wirklich schön. Mit einem Tricycle könnt Ihr Euch aber zum 30 Minuten entfernten wunderschönen Doppelstrand Nacpan bringen lassen. Mit dem Schwimmen sollte man hier wegen gefährlicher Unterströmungen etwas vorsichtig sein. Als wir am Strand waren wurde gerade nach einer vermissten japanischen Touristin gesucht, die zu den nahe gelegenen Insel schwimmen wollte.

Nac Pan

4 Philippines Taiphoon Update abonnieren

In der Zeit von Juli bis November ist Taifunsaison auf den Philippinen. Palawan gehört eigentlich zu den Regionen, die meist von den Stürmen und Dauerregenfällen verschont bleiben. Wir hatten leider Pech. „Unser Taifun“ überraschte uns Anfang Dezember, viel zu spät im Jahr. Die Klimaerwährung führt zunehmend zu Verschiebungen und Abweichungen bei den Regen- und Trockenzeiten. Abonniert Euch bei Facebook das Philippines Taiphoon Update. So seid Ihr immer informiert.

5 Must See: Small Lagoon und Karstinseln vor El Nido

El Nido ist der touristischste Ort auf Palawan und vor allem berühmt für seine Inselwelt vor der Küste. Die kleinen Karstinseln und Lagunen sind auch der einzige Grund, warum Ihr El Nido besuchen solltet (mehr dazu unten). Es gibt die berühmten ABCD-Bootstouren, die jeweils andere Inseln ansteuern. Ich weiß leider nicht mehr welche Tour wir gemacht haben. Auch wenn ein Duzend Boote oft gleichzeitig einen kleinen Traumstrand ansteuert, kann ich jedem so eine Tour nur empfehlen. Ihr werdet wunderschöne kleine Inseln sehen, könnt schnorcheln und in Lagunen schwimmen.

Laguna

Viele vergleichen El Nido mit Krabi in Thailand. Mir hat die Tour auf Palawan deutlich besser gefallen als in Thailand. Am beeindruckensten fand ich die Small Lagoon, einen Felstrichter mit warmen hellblauen Wasser.

Einsamer Strand Philippinen

Auch Quallen gefällt eine solche Lagune scheinbar gut. 😖 Und so kam es hier zu einer Begegnung von F. und dem Boxjelly Fish. Diese Quallenart gehört zu den giftigsten der Welt und kann für Kinder und ältere Menschen bei Berührung tödlich sein. Angeblich sei auf einer Tour vor El Nido aus so etwas noch nie passiert. Der Bootsentertainer versuchte dann auch die Gefahr der Situation herunterzuspielen. Essig aufs Bein und gut. Aber irgendwie merkten wir doch schnell, dass auch die Philippinos sehr erleichtert waren, dass nichts Schlimmeres passiert war. Die Miniqualle führte jedenfalls dazu, dass zwei gestandene Männer ausgenockt waren und erstmal nicht mehr ins Wasser gingen. Dennoch möchte ich jedem empfehlen sich die Lagunen vor El Nido anzuschauen. Aber passt ein bisschen auf, denn auch Quallen mögen das warme Lagunenwasser.

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6 Must See: Jeepney fahren

Auf Palawan solltet Ihr unbedingt mindestens einmal mit einem Jeepney fahren. Diese kultigen Armeefahrzeuge wurden von den Amerikanern auf den Philippinen zurückgelassen und wild bemalt. Den besten Platz habt Ihr vorne neben dem Fahrer.

Philippinen-blog-1.JPG

7 Geheimtipp: KaLui Restaurant in Puerto Princessa

Dieses kleine Restaurant in Puerto Princessa eignet sich gut dafür  sich durch die philippinische Küche zu probieren. Bei frischem Seafood macht Ihr nichts falsch. Die Bananenblütencurrys fand ich etwas strange. Das philippinische Nationalgericht „Adobo“ fanden wir recht unspannend.

 

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Restaurant finden

8 Geheimtipp: White Beach Annex

Die schönste Unterkunft, die wir hatten lag außerhalb von Port Barton mit eigenem kleinen Traumstrand. Das White Beach Annex ist nur per Boot zu erreichen. Wir waren hier ganz alleine mit vier Angestellten, die nur für unser Wohl da waren (und das für nur 40 Euro die Nacht). 🙂 Abends haben zwei Frauen immer versucht ein Feuer aus nassen Kokosschalen für uns anzuzünden, was mehr qualmte als brannte. Vermutlich dachten sie wir machen romantischen Paarurlaub. 😀 Abends dürft Ihr Euch von einer Kreidetafel aussuchen, was Ihr essen wollt.

 Annex Port Barton

 

 

Gibt es auf Palawan etwas, was sich nicht lohnt?

 

1 El Nido Stadt

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El Nido war sicher vor einigen Jahren ein schöner Ort, jetzt ist es ein verbautes Backpacker-Loch. Wir waren froh dass wir nicht in der Gegend des Strandes gewohnt haben. El Nido Stadt fanden wir einfach nur hässlich, dreckig und laut durch die ständig vorbeiknatternden Motorbikes. Sucht Euch unbedingt etwas am Rand von El Nido. Wegen der Inseln vor der Küste solltet Ihr den Ort dennoch nicht auslassen.

 

2 Underground River

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Der Underground River gilt als DIE Sehenswürdigkeit Palawans, gehört er doch zum UNSESCO Weltkulturerbe. Der Höhleneingang sieht auch erstmal vielversprechend aus. Auch die Tatsache, eine Höhle auf einem Boot zu erkunden klingt spannend. Aber jeder von Euch, der schon mal eine Tropfsteinhöhle im Harz besucht hat wird sich fragen, was am Undergroudriver jetzt eigentlich bitte so einzigartig sein soll. 🤔

Die Höhle ist nicht beleuchtet und Ihr seid mit einem Guide auf dem Boot, der mit einer Taschenlampe „interessante“ Tropfsteinformationen anleuchtet. Der Wortschatz unseres Guides beinhaltete leider nur die beiden Worte „Looks like…“ + das was man halt gerade zu sehen bekam. :mrgreen:  „Looks like a horse.“, „Looks like a lion head“, „Looks like a naked woman.“ Teilweise musste man schon ziemlich viel Fantasie mitbringen, um die nackte Frau zu sehen. Die Höhle könnt Ihr also ruhig auslassen, wenn Ihr schon einmal in einer anderen Tropsteinhöhle gewesen seid, nicht so sehr auf den Geruch von Fledermauskacke steht und Euch nicht 86 Mal „Looks like…“ anhören wollt. 😁😁

 

 

Ein Kommentar zu „Reisetipps und Geheimtipps für PALAWAN

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