11 Reisetipps und Geheimtipps für ALBANIEN

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Du machst Urlaub in Albanien? Du bist ja verrückt!

Ich habe viele fragende Blicke auf die Mitteilung hin erhalten, dass ich meine Osterferien dieses Jahr in Albanien verbringen werde. Organisierte Kriminalität, Autodiebstahl, Entführung von zukünftigen Zwangsprostituierten, Plattenbau-Städte, … „Albanien, das ist doch gefährlich! Oder nicht?“ Die wenigsten wussten, dass Albanien an der Adriaküste liegt, direkt gegenüber von Italien. Reisewarnungen gibt es für das kleine Land nördlich von Griechenland jedenfalls nicht. Wir haben natürlich recherchiert. Zurückgekommen sind mein Freund und ich auch wieder. Auch das Auto ist uns unterwegs nicht abhanden gekommen. 😀

Albanien ist das richtige Reiseland für Euch:

  • wenn Ihr gerne einen Mittelmeerurlaub machen möchtet, aber richtig sparen wollt
  • wenn Ihr Fans von Roadtrips und tollen Küstenstraßen seid
  • wenn Ihr Euch für die jüngere europäische Geschichte interessiert
  • wenn Ihr schon in all den üblichen Urlaubsländern gewesen seid.

Reisen auf Thailandpreisniveau und einsame Traumstrände

Fahrt nach Albanien! Wo in Europa findet Ihr noch menschenleere Strände am Mittelmeer, Pasta mit frischem Seafood für 4 Euro und tolle Unterkünfte für 25 Euro pro Nacht? Der Balkan ist das letzte Abenteuer Europas! Die Küsten sind wunderschön, es gibt junge europäische Geschichte zu entdecken und die Strände müssen sich nicht vor denen anderer Mittelmeerländer verstecken! Es gibt sogar ein paar Strände im Süden, die ich am eher mit der Karibik vergleichen würde. Weißer Sand, klares Wasser und – kaum etwas los am Strand.

Roadtripfans kommen voll auf ihre Kosten

Unsere einzige Sorge im Vorfeld galt den Straßen, hatte ich doch vor 3 Jahren vergeblich versucht einen Mietwagenanbieter zu finden, der uns auf unserer Balkantour über die albanische Grenze ließ. Aber die Straßen waren prima, nicht anders als in Kroatien. Einmal sind wir aus purer Abenteuer- und Ausblicklust einen ungeteerten Bergpass gefahren. Aber das wollten wir ja nicht anders. Auch in einem Dacia Logan steckt ein Geländewagen! 😀

Für Leute, die gerne Auto fahren hat Albanien einiges zu bieten. Eine Straße, die zu den schönsten Küstenstraße der Welt gewählt wurde, Straßen durch imposante Berglandschaften und meist komplette Einsamkeit on the Road. Daher findet man wohl auch aktuell die meisten Tipps zu Albanien in Bikerforen. Allerdings teilt Ihr Euch auch dann und wann mit Kühen und Ziegen die Straßen.

Tomatoeballs, Lamm, Schafskäse und Bergtee

Kulinarisch ist Albanien ein Mix aus griechischer und türkischer Küche. Aber es gibt auch einiges Unbekannte zu probieren. Wie das, was uns als „Tomatoball“ serviert wurde; eine Art Falafelbällchen mit Kichererbsen und Tomaten – sehr lecker. An der Küste gibt es leckeres frisches Seafood. Zu jedem Frühstück gibt es wie in Griechenland Schafskäse. Beliebter Snack für Zwischendurch ist Böreg. Eines hatte alles was wir probiert hatten gemeinsam: es war frisch zubereitet und mega günstig! Auch Italienisch können die Albaner, denn viele haben gegenüber in Italien als Köche gearbeitet.

Ein Bunker für jeden Albaner

Wie der ganze Balkan bietet auch Albanien für Lost Places Freunde einiges zu erkunden. Waren es in Montenegro noch die verlassenen Hotels, gibt es in Albanien abertausende kleiner Bunker. Der frühere Diktator Hoxha ließ vor dem Fall des eisernen Vorhangs über 600.000 Bunker im Land bauen, weil er eine paranoide Angst vor einem Überfall der Sowjetunion hatte, der er abtrünnig gegenüber geworden war. Egal wo Ihr in Albanien seid, die kleinen Steinufos sind überall, teilweise an den schönsten Aussichtspunkten. Heute dienen sie als Ziegenställe, Unterstände und manchmal sogar als Bars.

Tirana ließen wir auf unserer Reise weitgehend aus, eine optische Schönheit war die Stadt vom Durchfahren her nicht, auch wenn Albaner es lieben ihre Plattenbauten in Pastellfarben anzustreichen. Was durchaus was hermacht.

Das zweite Leben deutscher Mercedesse

Auf den Straßen fallen einem sofort die zahlreichen Mercedes Limousinen auf. Der Albaner fährt Mercedes. Oft verrät der Aufkleber mit dem „D“ hinten auf den Autos noch, wo der Mercedes sein erstes Leben hatte. „Made in Germany“ scheint in Albanien gut anzukommen. Am Straßenrand sahen wir immer wieder Werbeplakate für „Deutschcolor“. Google verriet uns, dass dieser Baumarkt nichts mit Deutschland zu tun hat, sondern sich das Wort „deutsch“ in Albanien einfach ziemlich gut vermarkten lässt.

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11 Tipps für einen Urlaub in Albanien

 

#1 Kleiner Bazar in Krujë

In Krujë gibt es einen richtigen kleinen Bazar, der auch in Istanbul sein könnte. (Albanien ist überwiegend muslimisch, im Süden auch teilweise griechisch-orthodox.) Heute werden auf dem Bazar vor allem Souvenirs verkauft, aber es gibt auch noch den ein oder anderen interessanten Laden mit Antikem und Dingen aus der Sowjetzeit.

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#2 Lili Homemade Food in Berat

Das kleine versteckte Restaurant hat nur sechs alte Holztische. Die Speisekarte ist klein mit traditionellen Gerichten. Dazu gibt es Wein vom familieneigenen Weingut. Am Ende muss man den obligatorischen Raki mit dem herzlichen Inhaber trinken. Einfach klein, nett, versteckt und lecker.

Restaurant finden

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3# Ksamil – die kleine albanische Karibik

Ganz im Süden, noch hinter dem eher hässlichen Touriort Sarande, liegen die Inseln von Ksamil. Auf die große Insel kommt man bequem per Brücke, weitere kleine Mini-Inseln liegen vor der Küste und warten darauf mit dem Tretboot erkundet zu werden. Der Strand ist fast weiß, das Wasser hellblau und es gibt viele kleine Buchten.

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#4 Bunk’ART

Der größte Bunker des Landes befindet sich am Stadtrand von Tirana und beherbergt heute einen Mix aus Museum der albanischer Geschichte und Kunstausstellung. In einem Raum sieht man Hoxhas Bunkerquartiert mit der historischen Einrichtung, im nächsten Bunkerraum befindet sich eine Lichtinstallation, usw. . Es gibt also sowohl für Kunstliebhaber (moderner Kunst), als auch für Geschichtsfreaks und Bunkerfreunde etwas zu sehen.  Ich mag Museen in osteuropäischen Ländern ja irgendwie. Dort hat man noch kreativere Ideen und überlegt sich mehr als eine Vitrine.

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#5 Llogara Pass, Roadtripping auf der SH8, SH75 und SH78

Die Küstenstraße an der Adria SH8 ist atemberaubend. Der schönste Punkt ist die Abfahrt des Llogara Passes Richtung Süden. Und keine Sorge, Asphalt und Leitplanken sind zur Genüge vorhanden. Die SH8 wurde übrigens zu einer der schönsten Straßen der Welt gewählt und rangiert nun in der Top 10 zusammen mit berühmten Straßen wie der „Kapstraße“ in Südafrika. Ebenfalls wunderschön sind die SH75 und SH78 im Inland.

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#6 Osumi Canyon

Nicht ohne Grund wurden wohl die Winnetou Filme in den 70er Jahren auf dem Balkan gedreht, denn der hat so einige Wildwest-Landschaften im Angebot. Im Hinterland findet Ihr den Osumi Canyon. Leider hat es sich für uns zeitlich nicht ergeben, eine Raftingtour zu machen. Eine solche könnt Ihr euch von Berat aus als Tagestrip organisieren. Günstig und wohl sehr beeindruckend! Wir haben nur von Oben in den Canyon reingeguckt. Am besten könnt Ihr das vom Campingplatz an der Straße aus, die direkt am Canyon lang führt. Hier gibt es eine kleine Aussichtsplattform, die aber nicht ausgeschildert ist.

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#7 Authentisch übernachten im Castle Hotel in Gjirokastra mit einem großartigen albanischem Frühstück ♥

Eigentlich war jede unserer Unterkünfte toll, mit spitzen Preis-Leistungsverhältnis und selbstgemachtem Frühstück. Das Castle Hotel hat mir besonders gut gefallen, weil man in einem alten albanischen traditionell eingerichteten Haus schläft und weil die Familie uns morgens geradezu mit selbstgemachtem traditionellen Frühstück überschüttet hat. Die Anfahrt zum Haus ist in den engen Gassen von Gjirokastra allerdings etwas abenteuerlich. Dafür habt Ihr am nächsten Morgen ein Panorama-Frühstück!

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Hier geht’s zum Hotel

#8 Fisch und Seafood im Platinium Seafood

Lecker, frisch und günstig! Das Meer ist gleich auf der anderen Straßenseite. Vor der Überquerung des Llogara Passes kann man sich hier noch etwas stärken. Man sieht an der Einrichtung und am Service, dass das Restaurant wohl zu den gehobeneren der Gegend gehört. Mit deutschen Portemonaie sind die Preise aber trotzdem günstig. Pasta mit Seafood 4 Euro, ein Glas albanischer Weißwein 1 Euro. Dazu gab es einfach so noch einen großen Salat mit Krabben, den wir nicht bezahlen mussten.

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Restaurant finden

#9 Bunker zählen und erkunden

Immer wieder begegnen einem die kleinen Bunker, teilweise an der schönsten und verlassensten Orten. Kaum zu glauben, dass es 600.000 Stück in dem kleinen Land geben soll. Vielleicht Zeit für eine Fotoserie der speziellen Sorte?

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#10 Blue Eye

Das Blue Eye findet Ihr ca. eine halbe Stunde Autofahrt von Ksamil entfernt. Hier entspringt unterirdisch ein ganzer Fluss. Und der beginnt nicht als Bach sondern ist eben gleich ein richtiger Fluss. „Syri i Kalter“ ist die wasserreichste Quelle des Landes. Ihre Tiefe wird auf mehr als 25m geschätzt. Im Sommer können Hartgesottene hier baden gehen. Für die Übrigen bleibt der Blick in die dunkelblaue Tiefe.

 

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#11 Frühstücken mit Premiumblick bei Emiliano in Krujë

Nicht nur günstig übernachten kann man hier schön. Morgens bietet sich einem ein großartiger Ausblick bis zum Meer auf das Tal von Tirana. Das Frühstück ist hausgemacht mit selbst gebackenem Brot, Schafskäse und albanischem Bergtee.

 

 

Kleiner Roadtrip durch Albanien

Unser Kurzroadtrip startete am Mietwagenschalter am Flughafen mit einem schmucken Dacia Logan, der uns in den kommenden Tagen immer mehr überzeugte, spätestens auf dem unbefestigten Bergpass. 😀 Aktuell ist Tirana noch ziemlich schlecht an den europäischen Luftverkehr angebunden. Irgendwie haben die Billigflieger das Land noch nicht für sich entdeckt. Momentan kommt man täglich über Wien mit der AUA, über Frankfurt mit LH oder über Italien nach Tirana. Mein Tipp: Fliegt günstig nach Korfu und setzt von da aus einfach mit der Fähre billig und schnell nach Saranda über. Korfu liegt nämlich direkt vor der albanischen Küste.

Vom Tirana Airport aus ging es direkt in einer Stunde ins nahe Gebirge, in die alte Festungsstadt Kruje mit Traumblick über Tirana bis hin zur Adria. Weiter ging es an die Küste und dann die Küste hinunter mit unglaublichen Panoramen bis zur griechischen Grenze. Zurück sind wir durch die Berge im Inland gefahren, über das kulturell spannende Gjirokaster und Berat, die Stadt der 1000 Fenster, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Dann ging es zurück nach Tirana und über Wien nachhause.

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