Geheimtipps für MARRAKESCH

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Eine Reise in die märchenhafteste Stadt der Welt mit den nervigsten Einheimischen

Marrakesch ist wie aus einem Bilderbuch über ein Land aus 1001 Nacht. An keinem Ort auf meiner Reise hatte ich das Gefühl so aus der Zeit gefallen zu sein, wie in dieser alten Stadt. In keiner Stadt habe ich schönere kleine Hotels gesehen, schönere Innenhöfe und schöneres Kunsthandwerk. Auf den Bazaren findet Ihr wunderschöne silberne Teekannen und bunte marokkanische Lampen. Eigentlich wollte ich dort alles kaufen, weil es einfach so authentisch schön, handgemacht und absolut nicht kitschig wie der übliche Touristennepp war. Die marokkanische Küche mit ihren Tanjins mit Lammfleisch, Couscous und Aprikosen ist ein Gedicht. Kurzum, Marrakesch ist DER arabische Traum. ABER dennoch würde ich NIE WIEDER nach Marrakesch reisen! Zumindest nicht ohne männliche Begleitung.

Marrakesch ist das richtige Reiseziel für Euch:

  • wenn Ihr eine authentische orientalische Stadt kennenlernen möchtet
  • wenn Ihr nervige Einheimische auch mal ausblenden könnt
  • wenn Ihr eine sehr gute orientalische Küche kennenlernen wollt
  • wenn Ihr gerne fotografiert
  • wenn Ihr nach nur 4 Flugstunden ist einer wirklich komplett anderen Welt sein wollt
  • wenn Ihr ein Reiseziel mit Wärme und Sonnengarantie im März oder November sucht, was nicht soweit weg ist
  • wenn Ihr als Gruppe reist oder mit einem männlichen Reisepartner unterwegs seid.

Vergesst die Emanzipation und fahrt mit einem Mann nach Marrakesch

Ich habe mit einer Freundin aus dem Studium eine Woche Urlaub in Marrakesch gemacht. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich reiseerfahren, gerade was das Verhalten gegenüber Männern in südlichen Ländern angeht. Und ja, ich weiß wie man sich in arabischen Ländern zu kleiden hat. Dennoch wurde unsere Woche in Marrakesch zu einem Spießroutenlauf durch die Gassen. Egal wohin wir kamen, wir wurden von Männern angesprochen, angemacht, teilweise auf dem Souk auch mal zufällig „angefasst“. Wenn wir sofort abwehrten, wurde uns auch gerne mal etwas Obszönes oder Aggressives hinterher gerufen. Bereits am zweiten Tag hat meine Freundin mit Tränen in unserer wunderschönen Unterkunft gesessen und hat beschlossen aus ihrem Halstuch ein Kopftuch zu machen und damit auf die Straße zu gehen. Es hat nichts geholfen, es wurde weiter gezischt, geguckt, hinterhergerufen und hinterhergelaufen.

Touristen werden betrogen und genervt

Weder im Iran, in den Vereinigten arabischen Emiraten noch im Oman ist mir so etwas wieder passiert. Hinzu kam in Marrakesch, dass wir wo es nur ging verarscht wurden. Die Kinder schickten uns mit Absicht in die falsche Richtung, weil angeblich die Straßen wegen der Moschee geschlossen waren (ein sehr beliebter Trick um sich dann später als Guide anzubieten). Die Taxifahrer hauten uns allesamt übers Ohr. Und bei unserer gebuchten Tour nach Essaouira kamen wir erst nach drei Stunden in der Stadt am Meer an, weil wir vorher zur Arganölfabrik des Cousins, ins Teppichgeschäft des Onkels und in x Schnitzereien, Schmuckgeschäfte usw. auf dem Weg gekarrt wurden.

Entspannt über den Souk bummeln? No!

Erst im Iran habe ich erlebt wie wunderschön ein Bazar sein kann, wenn man einfach durch die Gänge laufen kann ohne von drei Verkäufern gleichzeitig angesprochen zu werden. Und wie schön es ist, einfach mal in Ruhe gucken zu können, ohne dass ein Verkäufer aggressiv wird wenn man nur guckt und dann nicht kauft. Ja, ich weiß, dass andere Kulturen anders sind und das man dies respektieren sollte. Auch in China und Vietnam war ich auf Märkten, wo mir jeder etwas verkaufen wollte. Aber Marrakesch übertraf leider alles. Am Ende blieb leider das Gefühl, dass man vor einem Touristen aus dem Westen einfach keinerlei Respekt hat. Und von einer Touristin noch weniger.

Es sind nur meine Erfahrungen, nicht Eure 🙂

Ich will hier nur unsere Erfahrungen schildern und mein Erlebtes nicht pauschalisieren. Ich war geflasht als ich ein britisches Mädel in Hotpants mit ihrem Freund über den Djamaa el Fna laufen sah, während meine Freundin und ich uns mit schwarzen Kopftüchern und langen Schlabberhosen an den Hauswänden entlang drückten. Vielleicht ist es wirklich eine ganz andere Erfahrung, wenn Ihr einen Mann in der Gruppe habt. Marrakesch ist bis auf seine (männlichen) Bewohner der Wahnsinn und daher möchte ich Euch auf keinen Fall von einer Reise in diese Märchenstadt abraten. Ich habe von Freunden gehört, die in Marokko selbst unterwegs waren, dass es auf dem Land ganz anders zugeht. Auch die Frauen, die wir kennengelernt haben, waren durch die Bank weg sehr herzlich.

Ist Marrakesch günstig?

Marrakesch ist ein günstiges Reiseziel. Es gibt bereits hübsche Riads, in denen Ihr ein Zimmer für 30 Euro bekommt. Auch das Essen ist vergleichsweise günstig. Wenn Ihr Souvenirs auf dem Souk kaufen wollt, dann informiert Euch vorher einfach bei Ebay, wie teuer so eine Marokkanische Lampe oder ein Silberteller sein sollte. 😀  Handeln gehört in Marokko zum Kauf dazu.

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Meine 11 Tipps für Marrakesch

 

1 Genießt das Gesamtkunstwerk Marrakesch

Marrakesch ist ein Labyrinth aus Gassen in dessen Mitte der DJemaa el Fna liegt. Auf dem zentralen Platz werden abends Essensstände aufgebaut und es gibt viel Zirkus für Touristen. Es lohnt sich etwas Orientierung zu gewinnen, um im Zweifelsfall zum Zentralplatz (auch genannt „La Place“) zurück zu finden. Gerade in der südlichen und östlichen Altstadt geht es etwas ruhiger zu. Einfach durch die Gassen wandern und die rote Stadt auf sich wirken lassen.

 

2 Besucht die alte Koranschule Merdesa ben Youssef

Der Innenhof der alten Koranschule ist wunderschön. Außerdem könnt Ihr Euch anschauen wie die Schüler früher gelebt haben. Im oberen Stock gibt es zahlreiche kleine Studier- und Schlafzimmer. Die aufwändigen Kachelmuster im Innenhof bieten übrigens einen coolen Hintergrund für Selfies 😀

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3 Geht ins Hamam

Wenn Ihr noch nie in einem Hamam gewesen seid, solltet Ihr das in Marrakesch unbedingt nachholen. Wer sich nicht auf dem heißen Stein einseifen lassen möchte, für den gibt es auch immer ein Angebot an Massagen und Bädern. Achtung, wenn Ihr auch nur etwas Sonnenbrand habt, dann kann so ein Hamam Peeling schnell zur Tortur werden! 😀 Sehr empfehlen kann ich Euch das Les Bains d’Orient. Eine einfache typische Hamambehandlung bekommt Ihr schon für 17 Euro.

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Zum Hamam

 

4 Besucht das alte Gerberviertel, aber ohne Guide!

Wenn Ihr Euch mit Google Offlinemaps ausstattet, werdet Ihr problemlos das Viertel alleine finden. Ihr werdet auf dem Weg dorthin von vielen angeblichen „Guides“ angesprochen, die Euch zum Viertel führen und Euch die Gerbereien zeigen wollen. Finger weg, am Ende werdet Ihr in einen Touristenshop gebracht, um etwas zu kaufen. Das Viertel ist durchaus sehenswert, aber geht dort wirklich alleine hin und macht lieber Fotos von den schönen gefärbten Fellen, die auf den Straßen trocknen, als von den Gerbereien selber. Man sollte übrigens etwas geruchsfest für diese Gegend sein.

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5 Übernachtet im Riad Le Jardin d’Abdou

Von unseren beiden Unterkünften in Marrakesch waren wir restlos begeistert. Ein Riad ist ein traditionelles Haus mit schmucken Innenhof. Im Riad Jardin d’Abdou bekommt ihr bereits ein wunderhübsches orientalisches Zimmer für 40 Euro die Nacht. Frühstück gibt es jeden Morgen auf der tollen Dachterrasse. (Fotos: Tripadvisor)

Unterkunft buchen

 

6 Macht eine Tee-Tour durch die Riads

Schöner als alle Cafés in Marrakesch sind die Innenhöfe der Riads. Da viele zu kleinen Hotels umgebaut wurden, könnt Ihr die Riads ohne Probleme besichtigen. Meistens bekommt Ihr für wenig Geld einen frischen Minztee im Hof. Lasst Euch einfach einen Tag lang von Riad zu Riad treiben und genießt die kleinen marokkanischen Paradiese. Für mich war dies der schönste Tag in Marrakesch (vielleicht auch, weil wir auf den Hinterhöfen nicht genervt wurden).

 

 

7 Übernachtet im Riad Le Perroquet bleu

Das Riad besteht eigentlich aus drei Riads mit ganz unterschiedlichem Charme. Wie auch im Jardin d’Abdou gibt es einen kleinen Pool, orientalisch eingerichtete Zimmer und sogar ein eigenes Hamam. Zimmer gibt es ab 70 Euro die Nacht mit Frühstück. Die Betreiberin ist ein Goldstück und gibt Euch viele Frauen-Survival-Tipps für die Stadt. (Fotos: Tripadvisor)

Riad buchen

 

8 Das Treiben auf dem Souk vom Café des Epices aus beobachten

Von der Dachterrasse des Café des Epices (Café der Gewürze) aus, habt Ihr einen wunderbaren Blick auf den Eingang des Souks und das bunte Treiben auf dem Platz davor. Als Tee-Fan liebe ich marokkanischen Tee. Grüner Tee wird mit frischen Minzblättern aufgepeppt und in Silberkannen und bunt verzierten Gläsern serviert.

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Café finden

 

9 Farbenflash im Jardin Majorelle

Dieses Grundstück mit botanischem Garten und traditioneller Villa gehörte einst Modedesigner Yves Saint Laurent. Das krasse Farbenspiel aus Majorelle-blau und gelb ist ein großartiges Fotomotiv.

 

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10 Über den Dächern von Marrakesch während der Gebetszeit zum Sonnenuntergang 

Die meisten Riad haben eine Dachterrasse. Hier solltet Ihr mindestens einmal abends beim Sonnenuntergang sitzen und das Leben drumherum auf den Dächern beobachten. Frauen hängen Wäsche ab, Hühner werden auf den Dächern gehalten und Teppiche ausgeklopft. Zum Sonnenuntergang legt sich der Ruf der Muezzine über die Stadt. In der Ferne seht Ihr die schneebedeckten Gipfel des Atlasgebirges. Eine tolle Stimmung!

 

11 Kauft Gewürze im jüdischen Viertel

Im jüdischen Viertel „Mellah“ geht es untouristischer zu. Die Menschen sind nicht so aufdringlich wie im Zentrum der Altstadt. Hier ist es ruhiger und untouristischer. Zahlreiche Gewürzläden laden dazu ein, ein paar Mitbringsel zu shoppen. In solchen Läden findet Ihr meist auch den „Natural Berber Lipstick“, ein rot färbender Ton.

 

 

Gibt es auch etwas, was sich nicht lohnt?

Der Platz Djamaa el-Fna ist der Mittelpunkt der Altstadt und Zentrum des Tourismus. Einmal kurz angucken und dann lieber weg dort. Denn hier wird man Euch an jeder Stelle versuchen mit kreativen Tricks das Geld aus der Tasche zu ziehen.

An einem Tag haben wir uns die Neustadt von Marrakesch angeschaut. Die Neustadt ist austauschbar, laut und dreckig. Fazit: Muss man nicht gesehen haben. Essaouiera, die weiße Stadt am Meer, hat mich ein wenig enttäuscht. Der Strand war schmutzig, die Stadt selber eher übersichtlich und nach einer halben Stunde erwandert.

 

Die üblichen Arten der Touristenverarsche in Marrakesch

 

1 „Guides“, die erst nichts wollen und dann die Hand aufhalten

Nehmt keine Angebote von irgendwelchen „Guides“ an. Am Ende wird Euch gedroht die Polizei zu rufen, wenn Ihr nicht plötzlich doch etwas bezahlt (wovon am Anfang keine Rede war) oder Ihr landet im Teppichladen des „Cousins“.

2 Ausflugtouren, die eigentlich Kaffeefahrten sind

Ob ans Meer oder in den Atlas, stellt Euch auf zahlreiche Zwischenstopps bei Arganölfabriken, Schnitzereien und Schmuckgeschäften ein. Konkret bei der Tourbuchung nach solchen Abstechern fragen oder am besten selbst ein Auto mieten.

3 „This road is closed due to mosque“

Kinder und Jugendliche versuchen Euch damit zu verarschen, um Euch dann gegen Geld zurück zum Hauptplatz bringen zu können.

4 Die sich verändernden Preise der Henna-Malerinnen

Die Henna-Malerinnen greifen einfach ungefragt nach Euer Hand und fangen an zu Malen. Daraufhin wird natürlich Bares verlangt. Wenn nicht gezahlt wird, wird die Stimmung sehr schnell recht aggressiv. Auch bei einem gewünschten Hennatattoo ändert sich gerne der festgelegte Preis.

5 Affe auf den Kopf setzen oder Schlage umhängen und danach für Fotos abkassieren

Auf dem Djamaa el-Fna wird man versuchen, Euch Schlangen um den Hals zu Hängen oder Affen auf den Kopf zu setzen. Wer dann ein Foto von dem „Opfer“ macht, wird so lange genervt bis er bezahlt hat.

6 Taxipreise

Auch festgelegte Taxipreise werden beim Bezahlen gerne mal kreativ als Preis pro Person uminterpretiert und das Doppelte verlangt.

Marrakesch Tipps Reisetipps

Nach einer Woche Marrakesch waren wir fix und fertig. 😦

3 Kommentare zu „Geheimtipps für MARRAKESCH

  1. Super Beitrag, hab ich-auch in Begleitung einer Freundin- haargenau so auch erlebt. Haben in unserem Riad dann einen Mexikaner kennengelernt, kaum waren wir zu dritt mit Mann unterwegs, hatten wir unsere Ruhe…. empfehlenswert ist übrigens auch, von Marrakesch aus einen Ausflug in die Wüste zu buchen.

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