VADU – RUMÄNIENS letztes Strandgeheimnis

Vadu Rumänien

 

Schwarzmeerküste – Spontan und richtig günstig an den Strand

Ein spontanes Wochenende an der Ostsee im August ist wirklich kein Schnäppchen. Das gilt inzwischen auch für die polnische Ostsee. Daher tauchte bei uns irgendwann die verrückte Idee auf, für einen Schnäppchenpreis von rund 50 Euro nach Bukarest zu fliegen und einfach ans Schwarze Meer zu fahren anstatt an die Ostsee. Im Internet hatte ich in englischsprachigen Foren immer wieder von Vadu gelesen – dem letzten Strandgeheimnis Rumäniens.

Am Ende war der Ausflug vor allem eines: günstig! Und das mitten in der Hauptferienzeit.

Eine kurze Kostenaufstellung (wir waren zu zweit unterwegs):

47 Euro p.P. (Returnflüge nach Bukarest mit Ryanair)

20 Euro p.P.  (Schicker gemieteter nagelneuer VW Polo mit Vollkasko für 3 Tage)

22 Euro p.P. (Eine Tankfüllung)

46 Euro p.P. (2 Übernachtungen mit Frühstück)

20 Euro p.P. (Restaurants, Snacks, Wasser)

_________________________________________

155 Euro p.P.

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Was kann der Strand von Vadu?

In Vadu Beach erwarten Euch kilometerlanger Sandstrand ohne jegliche Infrastruktur mitten in der Natur des Donaudeltas. Es gibt zwei kleine Fischrestaurants am Strand und eine aus Holz gezimmerte Strandbar. Und das war es dann auch schon. 😀 Mich hat der Strand sehr an Usedom erinnert, nur mit Guter-Wetter-Garantie. Am Schwarzen Meer habt Ihr konstant warmes stabiles Wetter im Sommer.

Vadu-Strand-8Schwarzes Meer Tipp

Überrascht war ich von der Sauberkeit des Strandes. Und von der Leere. Selbst an einem verlängerten Feiertagswochenende in Rumänien, war der Strand nicht wirklich stark besucht. Viele Rumänen kommen nach Vadu zum Zelten.  Wildes Campen ist in Rumänien kein Problem. Ich bin eigentlich kein Camping-Fan, aber habe an diesem Strand sofort Lust bekommen, mein Zelt in den Dünen aufzuschlagen.

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Ehrlichgesagt ist Vadu wohl eher etwas für Naturliebhaber und Menschen, die Ruhe suchen. Wer eine Strandpromende braucht, Liegestühle und Sonnenschirme, der ist hier falsch. Hinter dem Strand liegt nur kilometerlanges Dünen- und Schilfland. Der nächste Ort ist 20 Autominuten entfernt und bietet außer zwei Dorfbars keinerlei Action. Ebenfalls tolle Strände in einem günstigen Land findet Ihr auch in meinen Geheimtipps für ALBANIEN.

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Wie kommt Ihr hin?

Ohne Mietwagen keine Chance. Vom Flughafen Bukarest aus fahrt Ihr ca. nochmal 2,5 Stunden auf einer gut ausgebauten Autobahn. Der Zustand der übrigen Straßen ist insgesamt ok. Gegen die Vorurteile der Elterngeneration muss ich immer wieder sagen: Ja, auch in Osteuropa sind die Straßen inzwischen geteert – mit dem ein oder anderen „Überraschungsschlagloch“.

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Der letzte Abschnitt der Reise führt Euch dann nämlich tatsächlich über Sandstraßen durch die Dünen. Für einen normalen PKW aber kein Problem.

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Autofahren in Rumänien ist vielerorts spannend. Es gibt nämlich noch zahlreiche „traditionelle Verkehrsteilnehmer“. 😀 Selbst in Albanien, Moldawien und auf dem Rest des Balkans sind uns nur selten Pferdefuhrwerke begegnet. Aber in Rumänien fährt man gerne noch mit einem PS!  An jeder Autobahnauffahrt gibt es ein extra Verkehrsschild mit durchgestrichener Pferdekutsche. 😀

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Und was gibt’s zu essen?

Die rumänische Küche hat schon mehr mit der Türkei als mit der Pelmeni-Piroggi-Borscht-Küche Osteuropas zu tun. Auf den Tisch kommen viele Schafskäseprodukte, Köfte artige Bouletten und mit Hack gefüllte Weinblätter. Eine häufige Sättigungsbeilage ist Polenta.

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Die beiden Restaurants am Vadu Beach haben vor allem frisches Seafood direkt aus dem Schwarzen Meer auf der Karte. Sehr lecker war das Essen in dem kleinen Strandrestaurant Cherhanaua Vadu am Norden der Strandes, wo bereits das Donaudelta beginnt. Die Preise liegen ca. 20% unter deutschem Preisniveau. Damit empfand ich Rumänien als teurer als z.B. Polen oder Tschechien. Eine Portion frischen Fisch mit Beilagen bekommt Ihr für um die 7 Euro.

Wo könnt Ihr übernachten?

Wer nicht im Zelt schlafen möchte, für den gibt es im Ort Vadu nur drei Übernachtungsmöglichkeiten. Eine überraschend moderne Unterkunft (mitten in einem Ort mit Sandstraßen und einer breiten Palette an Bauernhoftieren 😀 ) ist das Seaman’s House. Unser Zimmer war groß und sauber. Zum richtig deftigen Frühstück gab es verschiedene Schafskäse, Gemüse aus dem Garten, Eier und Ayvar.

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Fazit also, ist Rumänien eine Reise wert?

Rumänien ist für mich wie viele osteuropäische Länder ein Mix aus traditionellem Landleben, viel Natur und Industrieruinen. Ich kenne bislang nur Bukarest und den Osten des Landes, freue mich aber schon auf den gebirgigen Nordwesten. Der Osten ist keineswegs schön. Die flache Landschaft wird dominiert von Sonnenblumenfeldern und Industrie.

Bukarest ist für mich bislang die „prolligste“ Hauptstadt Osteuropas. Während in Budapest, Krakau, Bratislava und im Baltikum die Studenten und Hipster das Nachtleben dominieren, ist Bukarest das Klischée Osteuropas. Frauen auf Mega-Highheels, osteuropäische Technobeats und der Typ von Mann mit Goldkette, den man nachts nicht auf der Straße treffen möchte.

Dennoch ist Rumänien unbedingt eine Reise wert. Ob jetzt Vadu oder Siebenbürgen, Rumänien hat noch viel unberührte Natur und abwechslungsreiche Landschaften zu bieten. Und Ihr könnt hier einfach mal schnell einen innereuropäischen Strandurlaub einschieben, ohne dass es Eurem Portemonaie weh tut.

 

 

 

 

2 Kommentare zu „VADU – RUMÄNIENS letztes Strandgeheimnis

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