Lohnt sich eine Reise ins Mekong-Delta VIETNAMS?

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Die schönste Anreise ins Delta führt direkt über den Mekong

Nach Flugzeug und Bus bin ich heute auf ein drittes Reisemittel ungestiegen- ein Boot. Dies soll mich auf dem Mekong, der Hauptschlagader Südostasiens, von Phnomh Penh in  Kambodscha über die vietnamesische Grenze bringen. Direkt ins Mekong-Delta. Die Sorge von einem vollklimatisierten Schiff aus den Fluss nur hinter Glasscheiben bewundern zu koennen, ist unbegründet. Man kann sich den Wind um die Nase wehen und die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

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Beim Einstieg zeigt sich wieder, dass ich scheinbar in die falsche Richtung reise. Die meisten Reisende starten im Norden von Vietnam, reisen dann in den Süden und über Kambodscha und Laos wieder nach Norden. Während eine ganze Ladung Traveller aus Vietnam in Pnomh Penh ankommt, gehen wir zu dritt an Bord.

Eine Hauptschlagader mit romantischen hölzernen Fischerbooten, Containerschiffen und Müll

Dafür können wir dann längs auf den Holzbänken liegen und dabei das Leben am Fluss beobachen während uns doppelt so viele Angestellte der Schifflinie mit Getränken versorgen. Das ist echt bisher der beste Reiseabschnitt! Auf dem Mekong ist einfach alles unterwegs vom kleinen Fischerboot über Containerschiffe bis hin zu luxuriösen kolonialen Touristendampfern. Dazwischen haufenweise Müll.

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Nach drei Stunden erreichen wir die Grenze. Eine etwas andere Grenze. Über einen selbstgezimmerten etwa 30cm breiten Steg, auf dem gerade fleißig geangelt wird, müssen wir eine Böschung hinauf kletter.

Die Grenze am Mekong zu Vietnam ist ein Vorgarten mit Hühnern

Dann geht es durch einen Gemüsegarten mit Hühnern zu einem kleinen Bungalow, in dem ein gelangweilter dicker Mann im Unterhemd sitzt, der sich unsere Visa anschaut und stempelt. Das Ganze wirkt, als hätte ein kambodschanischer Renter aus Langeweile sich überlegt, in seinem Vorgarten mal Grenzer zu spielen. Aber der Reisepass ist abgestempelt und damit erreiche ich das dritte Land meiner Reise – Vietnam.

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Auf dem Boot habe ich einen Franzosen und eine Österreicherin kennengelernt- die besagten anderen zwei einzigen Gäste, die eine organisierte Luxusreise durchs Mekong-Delta machen. Die beiden würden nicht wie alle hinter der Grenze in dem Kaff Chau Doc stranden (wo nachts bei Ankunft des Bootes keine Busse mehr fahren) sondern gleich ins Herz des Deltas weiterreisen. Kurzerhand bieten sie mir an, ihren Abholservice zu fragen, ob ich nicht auch in die nächste Provinzstadt mitfahren könne. Für einen echt fairen Preis ist das tatsächlich möglich und wir werden zu dritt von einem riesigen weißen Luxus-Ungetüm abgeholt, vor dem sich alle TukTuks und Mopeds auf der Strasse fürchten. Dazu gibt es eine persönliche Reisebegleitung auf Französisch, die ich überraschenserweise gut verstehe.

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Ich habe also eine Etappe übersprungen und einen Tag gewonnen. Jetzt bin ich in einer gesichtslosen Provinzmetropole von der aus man allerlei schwimmende Märkte besuchen kann. Neben meinem sterilen Hotel grüsst eine hässliche riesige Ho-Chi-Minh-Statur.

Can Tho hat nichts von der versprochenen Romantik des Mekong-Deltas

Auf dem Mekong, auf den ich aus dem Hotelfenster blicke, findet gerade auf einem Schiff eine Hochzeit statt. Kitsch, Pink, Glitzer und Braut- und Bräutigamnamen in Leuchtreklameoptik. Dahinter die futuristische Brücke über den Strom. Neben Dollar, Euro, Baht und Riel habe ich jetzt mit dem Dong die fünfte Währung im Portemonaie und langsam wird es kompliziert. Dafür kommen mit die Namen der Gerichte in Restaurants dank unser Berliner Vietnamesen plötzlich überraschend vertraut vor.

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Ein Ausflug zu den schwimmenden Märkten

Wenn man die schwimmenden Märkte im Mekongdelta sehen möchte, muss man früh aufstehen. Sehr früh. Mein kleines Privatboot mit eigener Fahrerin und Linh, einer 22jährigen Studentin, die heute meine persönliche Reiseführerin ist, legt pünktlich um 5 Uhr morgens ab. Irgendwie peinlich dass ich schon wieder die Einzige bin, die die Tour gebucht hat und rund um die Uhr Privatbetreuung bekommt.

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Das Mekong-Delta ist durch und durch mit kleinen Kanälen durchzogen. So wie der Spreewald, nur in tropisch. Viele Märkte finden daher auf dem Wasser statt. Händler verkaufen direkt aus den Booten und auch die Käufer kommen mit dem Boot. Bei den großen Booten ist auf eine Fahnenstange die jeweilige Ware aufgezogen, so dass man schon von Weitem erkennt, was dieses Boot verkauft. Eine Ananas am Mast zeigt also z.B. an, dass dieser Händler- übrigens meist ältere Frauen- Ananas an Bord hat.

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Neben Obst und Gemüse gibt es Boote für fast alles. Ein Boot verkauft Pho-Suppe, ein anderes Bananenkuchen und es gibt sogar ein Boot, was auf Lotterielose spezialisiert ist. Ich bin froh eine richtige Tagestour gebucht zu haben und nicht die kurze Tour, zu

Von Boot zu Boot ein Kilo Drachenfrüchte und ein Rubbellos kaufen

einem deutlich kleineren schwimmenden Markt in der Nähe Can Thos, den die meisten Touristen besuchen. Erst nach zwei Stunden Bootsfahrt erreichen wir den eigentlichen Markt. Hier bin ich jetzt fast die einzige Touristin. Später fahren wir noch durch das Labyrinth der Kanäle und die alte Bootsfrau flechtet die ganze Zeit unglaubliche Dinge aus Schilf für mich. Aus einem Schilfhalm entsteht ein Grashüpfer, eine große Blume und ein Fisch. Es ist bereits Dunkel als wir wieder im pink blinkenden Can Tho anlegen.

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Fazit: Lohnt sich nun ein Ausflug ins Mekong-Delta?

Der Mekong ist sicher nicht mehr der traditionelle Fluss, an dem die Vietnamesen mit ihren spitzen Strohhüten entlangradeln. Container Schiffe und Industrieanlagen am Ufer prägen das Bild. Die Hauptstadt des Deltas ist so trostlose wie kaum eine andere Stadt in Vietnam. Aber es gibt es noch, das romantische Mekong-Delta mit seinen schwimmenden Märkten, Affenbrücken und kleinen Kanälen. Dafür müsst Ihr aber Zeit mitbringen, denn die Fahrt dorthin dauert ein paar Stunden. Daher würde ich Euch sehr von Tagestouren ab Saigon abraten. Plant mindestens drei Nächte vor Ort ein und besorgt Euch einen dieser tollen vietnamesischen Strohhüte bevor Ihr aufs Boot steigt.  Ihr werdet ihn auf dem Wasser brauchen. 🙂

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